Die Geschichte des Club
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1900 war der Brünner-Kröpfer in Züchterkreisen schon recht beliebt, aber die Ansichten über sein Aussehen gingen doch weit auseinander. Um bei den Täubinnen Blaswerk zu erzielen, wurden vor allem im westdeutschen Raum Täubinnen des Französischen Kröpfers, die damals schon gutes Kugelblaswerk zeigten, in die Brünner eingekreuzt. Heinrich Andreas, Frankfurt am Main, stand für diese Zuchtrichtung, und sie hatte den gewünschten Erfolg. Die Linienführung des Brünners wurde edler, die Tiere bestachen durch gut geschnürten Kugelkropf, Schenkeldruck und gesunden hohen Stand. Allerdings waren diese Brünner grösser als das Original. Das rief die süddeutschen Züchter um Mathias Erber aus
dem Freisinger Kreis auf den Plan, die den ganz kleinen Brünner zum Ideal erhoben hatten. "Klein wie eine Amsel, der Stand wie eine Stelze, so eng, dass kaum ein Zündholz durchgeht, schlank wie eine Natter und auf dem Knöpferl (Kropf) ein kleines Köpferl", das war das Motto dieser Zuchtrichtung. Es war also an der Zeit, einen Sonderverein ins Leben zu rufen, der für eine einheitliche Zuchtrichtung sorgen sollte.
Im Januar 1910 wurde in der Fachpresse zum Sammeln gerufen, und das Echo war gut. Am 13. März konnte anlässlich der hessischen Verbandsschau in Mainz der "Klub der Brünnerzüchter von 1910" von 36 Züchtern aus der Taufe gehoben werden. Hier die wichtigsten Daten:
1910 Gründung des "Club der Brünner-Kröpfer-Züchter von 1910" mit 300 Mitgliedern zum Ende des Gründungsjahres. Erster Vorsitzender wird Heinrich Keller, Ossenheim.
1914 bis 1918 Heinrich Keller rettet wertvolles Zuchtmaterial über den ersten Weltkrieg
1920 Auf der zweiten Spezialzuchtschau in Naumburg wurden fast 250 Brünner gezeigt. Nach dem Tode Kellers im Jahr 1919, und nach einer vorübergehenden Führung durch Heinrich Andreas, Frankfurt, übernimmt Christoph Falk III die Leitung des Clubs.
1921 bis 1931 Niedergang des Clublebens durch Arbeitslosigkeit und Uneinigkeit innerhalb des Clubs. Die Mitgliederzahl sinkt von 216 auf 60 ab.
1932 Heinrich Andreas bemüht sich den Club wieder zum Leben zu bringen. Die neue Mitgliederliste weist wieder 78 Mitglieder mit 21 (!) Clubrichtern auf. Gustav Krausse, Leipzig, ist unbestrittener Meister mit seinen weissen Brünnern.
1933 bis 1939 Die noch bestehenden Gaue aus den 20er Jahren werden aufgelöst, und der bisherige "Club" in "Sonderverein" umbenannt.
1939 bis 1945 Im zweiten Weltkrieg geht fast das gesamte wertvolle Zuchtmaterial verloren.
1947 bis 1951 Robert Barth, Mühlheim, wird 1. Vorsitzender. Restbestände aus der Krausseschen Zucht gelangen zu Barth, Mühlheim und Krampen, Velbert, der dem Farbenschlag und der Rasse besondere Impulse geben sollte.
1951 Eugen Krampen lenkt vorübergehend den Club.
1952 bis 1960 Dr. Theo Kaselowsky, Ohlstadt, hat jetzt den Vorsitz. Ein Mann, an den sich viele noch mit großer Achtung erinnern. 1960 wurde er Ehrenvorsitzender.
1960 bis 1964 Josef Fischer, Nordwalde, übernimmt die Clubführung. Er hat 1962 die Deutschen Brünner-Kröpferschauen ins Leben gerufen.
1964 bis 1991 27 Jahre war Pfarrer Franz Bürkle, Mahlberg, 1. Vorsitzender, eine glänzende Zeit in der Clubgeschichte. Durch die Einführung des "Großen Brünnerpreises" hat er wesentliche Impulse für die weitere Entwicklung aller Farbenschläge gegeben. In seine Amtszeit fiel der Start von "Brünner-Kröpfer aktuell", der Jahresschrift des Clubs, und die bisher größte Brünnerschau 1991 in Ergoldsbach mit 1640 Brünnem und Ausstellern aus sieben Ländern. Im selben Jahr wurde er zum Ehrenvorsitzenden gewählt.
In seine Ära fiel auch die Wiedervereinigung unseres Landes, ein glückliches Ereignis auch für den Club. Aus Brieffreunden wurden Zuchtfreunde.
1991 bis 2000 Erwin Sedlmeier, Essenbach, lenkte in dieser Zeit die Geschicke des Vereins. Er öffnete den Club und stellte gute Beziehungen zu Brünner Züchtern in vielen anderen Ländern her.
Seit 2000 werden die z. Zt. 400 Mitglieder vom 1. Vorsitzenden Wolfgang Schreiber, Landshut, angeführt.
2001 waren die Brünner-Kröpfer, die Rasse des Jahres. Aus diesem Anlass gab es eine grossartige Präsentation in Nürnberg 2000 und viele Aktivitäten über das ganze Jahr.
Soweit die Geschichte des Clubs in kurzen Worten. Zwischen diesen wenigen Eckdaten liegen viele kleine und große Ereignisse, viele persönliche Schicksale. Über allem steht die große Begeisterung für eine liebenswerte und temperamentvolle Rasse